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Immobilien für die Altersvorsorge – das sollten Berater jetzt ihren Kunden raten

In den vergangenen Jahren kletterten die Preise am Immobilienmarkt hierzulande immer weiter. Können Finanzberatern ihren Kunden ein Haus oder eine Wohnung für die Altersvorsorge noch ohne Bedenken empfehlen? Oder gibt es auch Alternativen?

Die Preissteigerungen am deutschen Immobilienmarkt sind beeindruckend. In den Metropolen Deutschlands, den A-Lagen, sind die Preise seit 2009 um etwa 95 Prozent nach oben gegangen, schreiben die Experten von DB Research in ihrem Ausblick 2019. Aber auch in den B- und C-Städten lagen die Zuwächse noch bei etwa 70 Prozent und sogar in den D-Städten kletterten sie – um immerhin 60 Prozent. Angesichts solcher Zahlen stellt sich für Finanzberater die Frage, ob sie ihren Kunden tatsächlich noch dazu raten können, für ihre Altersvorsorge in eine Immobilie zu investieren?

Die gute Nachricht: Nach Einschätzung von DB Research dürften die Preise auch in diesem Jahr weiter steigen. Dabei sind der enge Arbeitsmarkt hierzulande, die anhaltend niedrigen Zinsen und der steigende Wohlstand entscheidend. Das alles, so die Folgerung der Analysten, werde weiter dazu führen, dass wir einen Nachfrageüberhang haben und damit die Grundlage für eine Fortsetzung des aktuellen Immobilienzyklus.

Allerdings, schränken die Experten auch ein, werde die Preisdynamik abnehmen und die Diskrepanz zwischen den Regionen zunehmend größer. So könne in einigen Städten, die eine relativ elastische Bauaktivität und ein eher geringeres Bevölkerungswachstum aufweisen, der Zyklus schon enden, bevor bundesweit der Preisanstieg aufhört. Zudem gehen die Analysten davon aus, dass die Metropolen in Süddeutschland insgesamt weiterhin eine sehr viel höhere Preis- und Mietdynamik aufweisen dürften als norddeutsche Städte.

Niedrige Zinsen allein sind kein Argument für einen Hauskauf

Dieser inzwischen nur noch verhalten optimistische Ausblick zusammen mit dem bereits sehr hohen Preisniveau hat auch Konsequenzen für Investoren. Wobei allerdings die Anschaffung der eigenen – Nur für den internen Gebrauch – vier Wände für den Eigenbedarf unter Experten in der Regel als unproblematisch gilt. Schließlich spielt hier, wenn jemand plant, dort bis zu seinem Lebensende zu wohnen, und die Finanzierung gut geplant und möglich ist, weder die künftige Mietrendite noch die weitere Preisentwicklung eine entscheidende Rolle. Insofern spricht nichts dagegen, das derzeitige Zinstief für den Traum vom Eigenheim zu nutzen.

Anders sieht es angesichts der enormen Preissteigerungen aber aus, wenn jemand den Erwerb einer fremdgenutzten Immobilie für die Altersvorsorge plant. „Grundsätzlich sollte sich niemand nur wegen der derzeit niedrigen Zinsen in ein solches Abenteuer zu stürzen“, warnt Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des FPSB Deutschland. „Schließlich sind die Preise derzeit überall hoch und wer eine vermeintlich günstige Immobilie in schlechter Lage kauft, für den kann es in einigen Jahren bei steigenden Zinsen und fallenden Preisen ein böses Erwachen geben.“